Intermodaler Verkehr

Intermodaler Verkehr stellt heutzutage eine sinnvolle Lösung dar, Transportgüter zeit-/kosteneffizient und, wo möglich, auch umweltschonend zu transportieren. Eine intermodale Transportkette legt aktuell im Schnitt über 700 Kilometer zurück. Bei mehr als 80% der intermodalen Transportketten sind auch Grenzüberschreitungen vorhanden, wodurch der Verwaltungsaufwand steigt und neue Fragestellungen, zum Beispiel durch die verschiedenen Gerichtsbarkeiten der einzelnen Länder, aufkommen.
In einem kürzlich veröffentlichten Bericht wurde die Annahme getroffen, dass sich bis in das Jahr 2050 der internationale Frachtverkehr mehr als vervierfachen könnte. Die Seehäfen sowie die Umschlagplätze werden so auf kurz oder lang vor neue Herausforderungen gestellt. Stellt dies eine neue Chance für denintermodalen Verkehr dar, oder müssen neue Lösungsansätze geschaffen werden?

Der Begriff des intermodalen Verkehr

Eine Transportkette, in der mehr als ein Verkehrsträger involviert ist, nennt man einen multimodalen Transport. Durch die unterschiedlichen Verkehrsträger ist es notwendig, das Transportgut an einem dafür geeigneten Umschlagsplatz, auf einen neuen Verkehrsträger umzuschlagen. Wird bei diesem Teilprozess die ursprüngliche Ladeeinheit nicht aufgebrochen, wird von einem intermodalen oder kombinierten Verkehr gesprochen. Wobei letzteres im deutschen Sprachraum gebräuchlich ist.
Ein intermodaler Verkehr zielt darauf ab, die Vorteile des jeweiligen Verkehrsträgers zu nutzen. Als Gegensatz wird hierbei der Direktverkehr gesehen. Der Direktverkehr bricht zwar meist, analog zumintermodalen Verkehr, seine Ladeeinheit nicht auf, hat jedoch lediglich die Vorteile von nur einem Verkehrsträger und einhergehend auch dessen Nachteile.

Problemstellungen

Beim Direktverkehr ist der Umschlag der Transportgüter nicht notwendig und spart daher Zeit ein, ist jedoch zum Beispiel in den Punkten Geschwindigkeit und Umweltverträglichkeit dem Schienenweg unterlegen. Natürlich entstehen auch Schwierigkeiten und Problemstellungen die es in Zukunft zu lösen gilt. Es kann auch nicht immer der Transportweg beschleunigt werden und gleichzeitig kosteneffizienter gestaltet werden. Wird ein Transportgut zum Beispiel zwei oder mehrmals umgeschlagen, geht bei jedem Umschlag ein großer Teil der Zeit verloren. Oft sind auch die letztendlich zurückgelegten Transportstrecken, zum Beispiel durch die Bindung an das Schienennetz, länger als sie mit dem Direkttransport wären. Wird das Thema Schienennetz weiter vertieft, kann man auch erkennen, dass eine gewisse Abhängigkeit des Transports zu den jeweiligen Fahrplänen entsteht, was sich negativ auf die Transportzeiten auswirken kann.

Intermodaler Verkehr und seine Zukunft

Mit wachsenden Größen der Frachtschiffe, Züge und Lastkraftwagen sollen die Ladungsmengen erhöht, die Kosten gesenkt, in Summe also die Effizienz erhöht und die Umwelt geschont werden. Wird jedoch ein Transportweg so stark verändert, in diesem Falle dessen Lademenge erhöht, sind die nachfolgenden Transportwege gefordert, die gestiegenen Mengen zu bewerkstelligen. Zum Beispiel, das bereits mit maroden Straßenbelägen und zudem noch zu vollen Straßen belastete Straßennetz, kann durch sinnvoll eingebundene Schienen- sowie Wasserstraßen ergänzt und entlastet werden. Intelligent organisierte Transportabläufe, gerade bei hohen Aufkommen und Gewichten sind hierbei enorm wichtig.
Ein weiterer großer Vorteil des intermodalen Verkehrs ist die enorm gute CO2 Bilanz. Bei einer Verlagerung eines Transportgutes von der Straße auf den Schienenverkehr, können pro beförderter Tonne und gefahrenem Kilometer über 50 Gramm CO2 eingespart werden. Viele Firmen investieren für diese Art der Umweltfreundlichkeit nicht unbeachtliche Summen. Oft ist hier der politische Druck nach Umweltbewusstsein der ausschlaggebende Grund, jedoch wird gleichzeitig das Image des Unternehmens positiv beeinflusst. Verschiedene Studien zeigen, dass der intermodale Verkehr zwar noch Schwächen bzw. negative Aspekte mit sich bringt, jedoch stehen viele dem kombinierten Verkehr positiv gegenüber.

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